Das SNES Mini ist wieder erhältlich, zum Beispiel bei Amazon, Mediamarkt und Saturn. Enthalten sind Klassiker wie Super Mario Land, Super Mario Kart, Street Fighter II Turbo oder Donkey Kong Country. Ich habe das SNES Mini auf meinem Geek-Blog für dich getestet.
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Nach dem Hype: Das SNES Mini ist wieder erhältlich – lohnt es sich?

Von am 7. Februar 2018

Es gibt das SNES Mini tatsächlich wieder zu kaufen! Ganz regulär, bei Amazon, Mediamarkt und Co. Auch wenn es von Nintendo so angekündigt war, hätte ich dennoch nicht damit gerechnet, dass wirklich entsprechende Stückzahlen nachgelegt werden.

Wie ich das finde? Super natürlich! Ich selbst habe zwar schon eines, aber ich freue mich für jeden, der jetzt auch die Chance bekommt, sich eines zu holen. Und zum anderen habe ich dadurch jetzt die Gelegenheit,  den damals angefangenen aber nie vollendeten Blogpost zu aktualisieren und doch noch zu bringen 😀

Was taugt also das SNES Mini, ein paar Monate nach dem ursprünglichen Release und dem ganzen Hype?

Lass uns dazu zunächst nochmal daran denken, wie das damals im September so abging. Das SNES Classic Mini – kaum war es released, schon war es ein kleiner Mythos. Rar wie Gold und nostalgisch wie ein Ed-von-Schleck-Eis im Kleinstadt-Schwimmbad deiner Jugend.

Die einen hatten es direkt zum Start– und haben in den ersten zwei Wochen mächtig in den sozialen Medien damit angegeben. Die anderen hatten es nicht und haben heimlich zwei, drei Tränchen verdrückt und kurz darüber nachgedacht, bei einem der Angeber durchs angelehnte Küchenfenster zu krabbeln und diese coole neue Nintendo-Konsole einfach zu stibitzen… Fast wie früher auf dem Schulhof also. Manche Dinge bleiben eben immer gleich.

Für mich hatte sich im Gegensatz zu damals aber etwas Entscheidendes geändert: Ich hatte auch eine! 😀  Schon seit dem Release-Tag. Und natürlich habe ich sie immer noch. Irgendwie hatte ich aber im allgemeinen SNES-Mini-Social-Buzz-Gewitter nicht so Lust, auch was zu posten. Stattdessen habe ich die Zeit genutzt, um die Klassiker der SNES Mini mal in Ruhe anzuzocken und die kleine Konsole zu testen.

Wenn du also noch überlegst, ob du dir eines der aktuell wieder auftauchenden Exemplare aus dem Handel fischen und unter deinen Fernseher nageln möchtest, findest du hier die nötigen Infos für deine Entscheidung – in meinem Test des SNES Mini.

Los geht`s!

 

Was ist im Lieferumfang des SNES Mini dabei?

Die Packung des SNES Mini zum ersten Mal zu öffnen war ein erhabenes Gefühl. Ich hatte damals als Kind kein eigenes SNES, habe aber natürlich viel bei Freunden darauf gezockt. Dank meiner Freundin hat unser Haushalt inzwischen schon lange ein originales Super Nintendo von damals. Trotzdem war es schön, jetzt mal selbst eines auszupacken – auch wenn es „nur“ der Miniatur-Nachbau ist.

Neben der handlichen kleinen Konsole finden sich in der Packung diesmal gleich zwei Controller – einer zünftigen Runde Mario Kart gegen verfügbare Mitbewohner und Freunde steht also bereits direkt nach dem Auspacken nichts mehr im Wege. Außerdem im Lieferumfang des SNES Mini: ein HDMI-Kabel und ein Micro-USB-Kabel. Letzteres ist zur Stromversorgung gedacht. Aber Achtung: Ein Steckdosenadapter ist nicht dabei! Entweder versorgst du deine Konsole also über den USB-Port des Fernsehers, oder über einen Adapter für dein Smartphone, den du vielleicht noch rumliegen hast. Wenn diese beiden Optionen für dich nicht in Frage kommen, kannst du z.B. diesen Adapter bei Amazon dafür nutzen.

Für den Fall, dass du das alles gerne mit eigenen Augen sehen möchtest, habe ich dir hier ein Unboxing-Video gemacht:

 

 

Das ist übrigens mein erstes Video auf meinem brandneuen Youtube-Channel. Ich plane, in Zukunft öfter mal was dort zu veröffentlichen – aktuell habe ich angefangen, Reviews zu Asterix-Comics zu drehen. Wenn du magst, lass mir also gerne ein Abo bei Youtube da – ich freue mich riesig darüber!

 

 

Funktionsumfang des SNES Mini

Schauen wir uns das SNES Classic Mini jetzt mal genauer an – der Test kann beginnen.

Zunächst mal ein Blick auf das Gehäuse. Das ist zum einen wirklich klein – ungefähr so groß wie ein Spielmodul des originalen SNES. Außerdem ist es komplett aus Plastik und sehr leicht. Auf mich macht es aber trotzdem keinen billigen Eindruck. Die wertige und originalgetreue Optik lässt den Nostalgiker in mir Lambada tanzen.

Die optischen Merkmale stimmen also – aber ist das nur Fassade? Oder funktionieren die Elemente wirklich? Teils so, teils so. Nicht funktionsfähig ist logischerweise der Slot für die Module. Macht Sinn, denn schließlich sind 21 Spiele installiert und diese sind (zumindest auf regulärem Weg) nicht erweiterbar. Es gibt für das SNES Mini gar keine Module.  Also braucht es auch keinen Slot. Der ist nur Deko. Gleiches gilt logischerweise für den Eject-Button. Wo kein Slot, da auch keine Möglichkeit und Notwendigkeit, irgendetwas auszuwerfen.

Anders sieht es aber schönerweise mit dem den anderen beiden von damals gewohnten Schaltern aus: Diese funktionieren in bewährter Form.  Mit der Power-Taste geht die kleine Kiste an, mit dem Rest-Knopf kommst du jederzeit zurück ins Hauptmenü.

Und was ist mit den Controllern? Die sehen exakt so aus wie damals. Und sie funktionieren auch so. Sie sind minimal leichter als damals. Das habe ich aber nur gelesen – bemerkbar macht es sich nicht. Nach wie vor liegen die Steuereinheiten gut in der Hand, weisen gute Druckpunkte auf und sind wie von Nintendo gewohnt, sehr solide verarbeitet. Hier gibt es nichts zu meckern!

Nicht mehr originalgetreu sind allerdings die Anschlüsse der Controller. Was nicht schlimm ist, aber hier der Vollständigkeit halber eben erwähnt werden muss. Die Konsole weist nämlich auf den ersten Blick die klassischen Anschlüsse auf. Allerdings sind diese nur ein optisches Gimmick. Tatsächlich handelt es sich dabei um eine wegklappbare Blende. Darunter gibt das SNES Mini zwei Controlleranschlüsse frei, die denen an der Wii Remote entsprechen. Die Original-Controller von damals passen deshalb nicht. Ist aber nicht weiter tragisch, denn wie gesagt liegen ohnehin zwei brandneue Controller im Originaldesign bei.

Übrigens: Bei der NES Mini wurde viel gemeckert, dass die Kabel zu kurz seien. Nintendo hat darauf offenbar gehört und die Strippen diesmal etwas länger gemacht. Sehr gut! Obwohl ich für mich persönlich gestehen muss: Ich finde Wireless Controller funktional gesehen einen so großen Fortschritt, dass ich hier gerne auf dieses originalgetreue Element verzichtet hätte und lieber ganz ohne Kabel zocken würde. Denn auch wenn die Kabel länger sind – für ein normal großes Wohnzimmer sind sie dennoch etwas knapp bemessen. Ich habe mir mit einem langen HDMI-Kabel beholfen, was auch deshalb praktisch ist, weil du dann die Konsole direkt neben dich stellen kannst und somit immer Zugriff auf den Reset-Button hast.

 

 

Das SNES Mini in Betrieb

Jeder, der damals eine SNES hatte, weiß: Um zu starten, wird der Powerschalter nach oben geschoben. Das ist auch jetzt wieder so. Eine rote LED erleuchtet. Es kann losgehen.

Wenn du die SNES Mini zum allerersten Mal startest, musst du zunächst kurz die Sprache einstellen. Diese bezieht sich dann auf das Hauptmenü. Denn: Die Spiele selbst sind alle nur auf Englisch enthalten. Bei Spielen wie Mario Kart nicht weiter tragisch. Bei textlastigeren Games wie The Legend of Zelda könnte das aber für den einen oder andern hier und da zum Problem werden – vor allem, wenn der Nachwuchs mitspielen soll.

Und auch, wenn wir vermutlich alle ganz gut Englisch können – es wäre natürlich schön gewesen, die Games genauso zu zocken wie damals als Kinder. Und da haben wohl so gut wie alle von uns auf die deutschsprachige Fassung zugegriffen. Für mich persönlich ist das allerdings kein Drama. Ich bevorzuge zwar überall die deutschsprachigen Fassungen, habe aber auch keine Probleme damit, auch textintensive Games auf Englisch zu zocken.

Aber zurück zum Menü: Das ist übersichtlich strukturiert und wirklich hübsch. Abgebildet sind die Cover der installierten Games, durch die du mit dem Controller ganz easy durchscrollen kannst. Insgesamt sind 21 Titel an Board.  Die vollständige Liste findest du in meinem älteren Preview-Artikel.

Übrigens: Abgesehen vom kleinen Wehrmutstropfen mit der Englischen Sprachfassung ist die Emulation der Games erstklassig gelungen.  Durch HDMI und 720p wirkt das Bild in meinen Augen sogar etwas schärfer als auf dem originalen SNES.

 

 

Play it again!

Die Spiele bringen sogar einige Features mit, die sie in den 90ern noch nicht besaßen.

Für jedes der Games stehen jetzt vier Speicherslots zur Verfügung. Und wenn das noch nicht ausreicht, dann spul doch einfach zurück. Zurückspulen? Ja, richtig gehört! Kein Abgrund ist mehr zu tief, keine Plattform zu weit entfernt, Denn wenn du daran scheiterst, drückst du auf Rewind und versuchst es direkt wieder. Wenn es das früher schon gegeben hätte, hätte ich viel weniger Lebenszeit bei gescheiterten Walkthroughs liegen gelassen 😉

Einziges Problem dabei: Da die Controller im Originaldesign gehalten sind, gibt es darauf natürlich keine Rückspultaste. Entsprechend ist die Bedienung arg  umständlich. Zuerst musst du per Reset-Taste zurück ins Menü, dann das Steuerkreuz nach unten halten, beherzt die X-Taste drücken und dann den Spielstand mit den Schultertasten vor- und zurückspulen. Macht man vermutlich dann doch nicht allzu oft, wenn es sich vermeiden lässt. Spielskills sind also trotz des neuen Gimmicks nicht aus der Mode gekommen. Lieber mal gleich schaffen, anstatt umständlich rumspulen. Ich jedenfalls habe dieses Feature bisher kein einziges Mal eingesetzt und nur für diesen Artikel geschaut, wie es eigentlich genau geht.

 

 

Und wie oft zockt man dann wirklich damit?

Ich zocke mittel viel damit. In absoluten Stunden ist es wie immer bei mir keine so beeindruckende Zahl. Die Gamingzeit ist bei mir bekanntlich immer etwas knapp bemessen. Aber wenn wir den prozentualen Anteil des SNES Mini an meinen Zockminuten betrachten, dann fährt die Nostalgiemaschine bei mir ziemlich weit vorne mit. Und das, obwohl ich viele der enthaltenen Games immer noch gar nicht ausprobiert habe.

Ich habe mich erstmal an Donkey Kong Country und Super Mario Kart festgebissen. Und wenn ich nicht zeitgleich FIFA 18 für die PS4 bekommen hätte, wären die anderen Konsolen wohl  zu Gunsten des SNES Mini eine ganze Weile lang komplett ausgeblieben.

Gerade Donkey Kong Country ist von der Grafik, Präsentation und spielerischen Herausforderung auch heute noch ein echter Kracher. Und das sage ich, obwohl ich es damals gar nicht gespielt hatte. Ich hatte bisher nur die Wii-Reinkarnation erlebt. Aber das Spiel ist ein Brett, im Koop-Modus ein großer Spaß –  und ich kann mir sehr gut vorstellen, wie bahnbrechend das damals gewesen sein muss. War seiner Zeit denke ich ziemlich voraus.

Bei Super Mario Kart irritiert in den ersten Minuten das Pseudo-3D. Das ist aus heutiger Sicht natürlich so gar nicht mehr zeitgemäß. Aber wenn das Spiel erstmal läuft, kommt sofort wieder das altgewohnte Mario-Kart-Gefühl auf, das ich bisher bei jeder Version hatte. Klar spielt hier auch der Nostalgie-Faktor etwas mit rein, aber ich denke, dass Super Mario Kart auch heutige Einsteiger mit Interesse an Klassikern von damals noch voll überzeugen kann. Mich hat es auf jeden Fall direkt wieder für viele Stunden abgeholt.

Was habe ich sonst noch gespielt? Street Fighter II. Geht immer noch absolut klar. Super Mario Land. Auch stark wie eh und je. Und ein paar Games, die ich damals nicht in die Finger bekommen hatte, wie Mega Man X. Das hat mich jetzt nicht so lange am Controller gehalten. Schlecht war es aber auch nicht. Insgesamt muss ich sagen, haben die Games für mich einen erstaunlich hohen Spielwert, den ich nicht großartig schlechter sehe als den aktueller Titel.

Und nun die Frage aller Fragen: Ist die Konsole noch in Betrieb, oder steht sie längst eingemottet in einem Schrank?

Sie steht betriebsbereit direkt neben meinem Bett. War wegen der nicht allzu üppigen Kabel die beste Lösung. Und sie ist jetzt zwar nicht andauernd an, aber ich freue mich darüber, dass sie da ist und sie wird auch weiterhein zum Einsatz kommen.

 

Mein Fazit

Wie du damals in meiner Preview vielleicht gelesen hast, hatte ich zuerst gezögert, ob ich mir das SNES Mini wirklich bestellen soll. Es klang einerseits supercool, anderseits hatten wir ja schon das Original. Und was noch schwerer wog: Einen riesigen Stapel an Games für verschiedenste Systeme, die auch darauf warten, gezockt zu werden. Eigentlich war kein echter Bedarf da, die ganzen Klassiker zusätzlich auf den Pile of Shame zu packen.

Aber wie es halt so ist – als Amazon das erste der raren Bestellfenster öffnete, war ich zufällig gerade am Start und konnte mir die kleine Nostalgie-Maschine einfach nicht entgehen lassen. War dann doch ein No-Brainer.

Und bin ich jetzt froh, dass ich sie habe? Ja, bin ich! Denn im Gegensatz zu den 8-Bit-Konsolen, die ich zwar feiere, deren Games ich heute aber nicht mehr unbedingt länger als 30 Minuten spielen würde, bringt die SNES Mini mit ihren 16-Bit-Games auch heute noch jede Menge Spielspaß mit.

Ob ich die teuren Schwarzmarktpreise gezahlt hätte? Ich denke nicht. Aber ich konnte jeden verstehen, der es zähneknirschend getan hat, weil er anderweitig keine bekommen hat. Uncool fand ich hingegen das Verhalten der Reseller. Aber so ist das leider, wenn eine Ware künstlich knapp gehalten wird, trotz riesiger Nachfrage. Umso cooler, dass Nintendo jetzt Wort gehalten hat und die Nachlieferungen in die großen Läden geschaufelt hat, z.B. bei bei Amazon, Mediamarkt und Saturn. Für den ursprünglichen Ladenpreis ist das Teil nämlich in meinen Augen eine echt gute Sache.

Mal ganz unabhängig vom Preis kann ich sagen, dass es eine technisch gelungene kleine Maschine mit hohem Nostalgiefaktor und tatsächlich auch heute noch hohem Spielspaßfaktor ist. Ich habe viel Spaß daran. Auch – und vor allem – nach dem Hype!

 

Wie stehst du zum SNES Mini? Hast du dir eins geholt? Oder ging dir der Hype gepflegt am Gamepad vorbei? Schreib es mir in die Kommentare, ich freue mich über Feedback!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Frank
Berlin

Macht schon lange irgendwas mit Medien und jetzt auch irgendwas mit Blogs. Zu oft am Arbeiten. Zu wenig beim Serie schauen, Comic lesen und Brettspielabend. Gibt sich aber Mühe. Liebt Tim und Struppi, nerdige T-Shirts und Mario Kart. Filmfreak, Gelegenheitszocker und Magic-The-Gathering-Veteran. Geeking since C64.

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